Glibber - Gedichte und Briefe
Glibber - Gedichte und Briefe
     


Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!
Etwas grau und etwas kahl,
auch die Jugend war einmal,
doch was nutzt dann das Gewimmer,
lieber Freund, es kommt noch schlimmer:

Haare wachsen aus den Ohren,
der Geruchssinn geht verloren,
dabei hast Du noch zu kämpfen,
um den Nasensaft zu dämpfen,
der sich an der Spitze sammelt
und als Tropfen runterbammelt.

Flach und trüb liegt die Pupille
trotz der scharf geschliffenen Brille.

Du bekommst Paradontose,
Deine Zähne werden lose;
schmerzhaft, wie sie einst gekommen,
werden sie Dir rausgenommen,
und das künstliche Gebiß
ist ein arges Hindernis.

Schweigen wir von Nierenschmerzen,
von dem starken Klopf am Herzen,
von dem Magen, diesem Hund,
keinesfalls ist er gesund!

Unten ist die Bauchwand faltig,
der Urin ist zuckerhaltig.
Der Popo, einst straff und rund,
leidet stark an Muskelschwund.
Wenn Dir mal ein Wind entfleucht,
wird Dir gleich die Hose feucht.
Und des Mastdarms volle Falten
können kaum den Stuhlgang halten.
Oftmals stören Deinen Frieden
walnußgroße Hämorrhoiden,
und die sogenannte gute,
vielgepriesene Wünschelrute
hängt als leicht gekrümmter Schlauch
unterm faltenreichen Bauch.
Nur zum Pinkeln lediglich
dient der Schnippeldillerich,
und er ist an dieser Stelle
wirklich keine Freudenquelle,
und die holde Weiblichkeit
wittert dies und weiß Bescheid!
Schonungslos kommt sie zum Schluß:
Er ist sittsam, weil er muß!

Doch trotz allem, lieber Knabe,
bring ich Dir als gute Gabe
Wünsche für das nächste Jahr!
Dein Urin ist wieder klar,
alle Glieder sollen sich straffen,
Du sollst klettern wie die Affen.
Kurz: Du sollst zum Playboy werden;
viele Jahre noch auf Erden!


Letzte Aktualisierung dieser Seite: 10.07.2008, 19:01 Uhr